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Termine

Ausbildung für Ausbilder

12. Arbeitstreffen „Ausbildung für Ausbilder in der Endodontie“

 

Das diesjährige 12. Arbeitstreffen der in der endodontischen Ausbildung tätigen Assistentinnen und Assistenten der Universitäten fand in der Berliner Charité statt. Hier hatten Priv.-Doz. Dr. Kerstin Bitter und ihr Team eine abwechslungsreiche Tagung mit schönem Rahmenprogramm organisiert. 

Prof. Sebastian Paris, Direktor der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin, eröffnete die Tagung und erläuterte kurz die Geschichte der Charité. Die Grüße der DGET überbrachte deren Präsident Prof. Dr. Chris tian R. Gernhardt.

 

 

Dr. Tarek Kweider (Regensburg) präsentierte das „Konzept des Curriculums Endodontie für den Kurs Zahnerhaltung I“ an der Universität Regensburg unter Berücksichtigung des NKLZ (Nationaler Kompetenzbasierter Lernzielkatalog Zahnmedizin). Er formulierte die Lernziele mit dem zugehörigen Kompetenzlevel für eine endodontische Behandlung und gab einen Überblick über den Umfang des Theorieteils sowie über Ablauf und Umfang einer endodontischen Behandlung im Kurs I.

Priv.-Doz. Dr. Kerstin Bitter (Berlin) befasste sich mit der „Vorstellung des Konzepts Endodontie im Kurs I in Berlin“. Der integrierte Kurs (Zahnerhaltung + Prothetik) läuft in Berlin über ein Jahr, sowohl das 7. und 8. Semester als auch das 9. und 10. Semester behandeln zusammen.

Im integrierten Kurs müssen vier Wurzelkanäle behandelt werden. Revisionsbehandlungen seien eher die Ausnahme, die Lernziele sind an den NKLZ angelehnt. Mit der Einführung von OSCEs (Objective structured clinical examination) im Kurs I wurde begonnen. Hierbei müssen die Studierenden Testatschritte vorzeigen, welche in Form einer Prüfung bewertet werden.

Nach einer Kaffeepause und dem Besuch der Dentalausstellung präsentierte Dr. Christian Diegritz (München) die „5-Jahres-Ergebnisse der Endodatenbank aus dem Kurs Zahnerhaltung I an der Uni München“. Zwischen 2009 und 2015 wurden 896 Patientenbehandlungen für die Datenbank gesammelt. Hierbei wird der Behandlungsablauf dokumentiert (Präparationsart, Spülprotokoll, Fülltechnik, Probleme). Anhand der Ergebnisse lässt sich nach Aussage des Referenten eine gute Aussage über die Qualität der Wurzelkanalbehandlungen im Kurs treffen; diese ist am Standort München mit 79,2 % Erfolg gut.

Im Vortrag von Prof. Dr. Stefan Rüttermann (Frankfurt am Main) ging es um „Feedback und Kommunikation in der zahn-/medizinischen Ausbildung“. Im dortigen klinischen Kurs findet mit jedem/jeder Studierenden nach der Behandlung ein kurzes Gespräch statt. Unsicherheiten in der Performance der/des Studierenden könnten so thematisiert und Diskrepanzen zwischen Zielen und erreichten Resultaten reduziert werden. Zu Beginn des Gesprächs sollte die/der Studierende befragt werden, zu welchen Punkten der Behandlung er/sie Feedback erhalten möchte, es folgen eine Selbsteinschätzung des/der Studierenden und die Frage, warum etwas nicht gut gelaufen ist. Abschließend soll die/der Studierende selbst Verbesserungsvorschläge für die Behandlung machen.

Das Abendprogramm startete mit einer relaxten Bootsfahrt von der Caprivibrücke am Iburger Ufer. Auf der Spree ging es vorbei an Reichstagsufer, Museumsinsel und Berliner Schloss bis zur Oberbaumbrücke. Nach einem gemeinsamen Abendessen konnten die Teilnehmer/-innen den lauen Sommerabend bei dem einen oder anderen Gläschen sowie netten Gesprächen ausklingen lassen.

Der Samstag begann mit einem Vortrag über die Verwendung des Simulationszahns TrueToothTM (DELendo, Santa Barbara, USA) in der studentischen Ausbildung in Berlin. Die Referenten Dr. Eckehard Kostka (Berlin) und Dr. Olivia Wolf (Berlin) benannten die Kriterien für den idealen Modellzahn: wirklichkeitsgetreue Anatomie, dentinähnliche Substanz, Röntgenopazität, Montierbarkeit im Phantomkopf und die Möglichkeit der elektrischen Längenbestimmung.

Vorteile des TrueToothTM seien die realistische Anatomie, die Trepanierbarkeit, die standardisierte Form und die Transparenz. Zu den negativen Eigenschaften gehören die fehlende Möglichkeit einer Montage im Phantomkopf und die nur geringe Dentinähnlichkeit des Materials.

Im Vortrag von Dr. Monika Marending Soltermann aus Zürich ging es um die ersten Erfahrungen mit dem Simulationszahn RepliDens® (Firma Smartodont, Zürich, Schweiz) im Phantomkurs in Zürich. Der RepliDens®, ein im 3-D-Druckverfahren nach Mikro-CT-Vorlagen hergestellter Kunststoffzahn, ist als Oberkiefer- und Unterkiefermolar, jeweils in opaker oder transparenter Form mit bestehender Zugangskavität erhältlich. Positive Aspekte des RepliDens® seien die mögliche Auswahl verschiedener Kanalanatomien, die geringere apikale Verblockung als am Plastikblock und die bessere Eignung zur Übung einer Wurzelkanalfüllung. Nachteilig seien der zu weiche Kunststoff und der Preis von 15 Euro pro Zahn.

Beide Vorträge kamen zu dem Fazit, dass der jeweilige Simulationszahn zwar eine Bereicherung und gute Ergänzung darstellt, den natürlichen Zahn jedoch nicht ersetzen kann.

In einem praktischen Arbeitsblock im Phantomraum der Zahnklinik konnten verschiedene Simulationszähne getestet werden. Anschließend wurde über die eigenen Erfahrungen mit der Handhabung der Zähne und deren möglichen Einsatz in der Lehre diskutiert. Die folgende Mittagspause mit auswahlreichem Büfett lud zur weiteren Diskussion ein. Gleichzeitig konnten die Besucher an einem Rundgang durch die Räumlichkeiten der Klinik teilnehmen.

Prof. Dr. Michael Hülsmann (Göttingen) stellte den Stand des „Fragenpools Endodontie“ vor. Die Entwicklung dieses Fragenpools läuft seit etwa einem Jahr und mittlerweile haben 15 deutsche Universitäten ca. 450 Fragen zur nichtchirurgischen Endodontie zusammengestellt.

Im letzten Vortrag von Torsten Wassmann (Göttingen) ging es um die verschiedenen Formate von Klausurfragen und die Durchführung von Online-Prüfungen. Über die Ermittlung der Validität, Reliabilität und Trennschärfe kann eine „gute“ von einer „schlechten“ Klausurfrage unterschieden werden. Dieses doch recht trocken scheinende Thema wurde vom Referenten sehr anschaulich und verständlich vorgetragen. Beginnend mit einer „Klausur“ für alle, die darauf abzielte, mögliche Fehler bei der Erstellung einer Klausurfrage zu demonstrieren, folgten die detaillierte Beschreibung sowie die Darstellung der Vor- und Nachteile dreier Fragentypen. Hierzu gehörten die allen bekannte „Multiple-Choice-Frage“, die „Modified Essay Question“ und die „Key Fea ture“-Aufgabe. Der Vortrag endete mit dem Fazit, dass die digitale Verwaltung von Klausurfragen die Erstellung eines großen Fragenpools ermöglicht und damit die nötige Anpassung der Frage an das angestrebte Lernziel erleichtert.

Wie jedes Jahr sorgten die Vorträge während der AfA für spannende und interessante Diskussionen, aus denen sicherlich jede/r Anregungen und Ideen mitnehmen konnte. Einige der Vorträge stehen als PDF auf der Homepage der DGET zum Download zur Verfügung.

Auch dieses Mal bot die Veranstaltung nicht nur die Gelegenheit zum fachlichen Austausch, sondern auch die Möglichkeit, bekannte Gesichter wiederzusehen. Nicht zuletzt ist der reibungslose organisatorische Ablauf erwähnenswert, der sehr zu einer entspannten und geselligen Atmosphäre beigetrug. Vielen Dank an dieser Stelle an die Gastgeber aus Berlin.

Ansgar Hergt (Göttingen)
Franziska Haupt (Göttingen)

 Bilder mit freundlicher Genehmigung von Marc Ohle.

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