DGZ Logo
Termine

Member Summit 2015

Die Hauptstadt war am 20. Juni 2015 Treffpunkt für eine ganz besondere Veranstaltung – das DGET MEMBER SUMMIT. Europas größte endodontologische Fachgesellschaft bat hier Mitglieder und namhafte Hersteller aus dem Bereich Endodontie an einen Tisch bzw. mehrere Tische.

Ziel dieses Konzeptes ist es, ein Forum zu schaffen, auf dem endodontologisch tätige Zahnärzte sich im Rahmen sog. Table Clinics, also moderierter Gesprächsrunden, über Neuheiten und Produkte aus dem Gebiet der Endodontie fundiert informieren und diese nebeneinander vergleichen können. Dazu wurden für die 60 Teilnehmer sechs erfahrene Referenten, überwiegend Zahnärzte, gewonnen, die jeweils zehn Teilnehmern in 45-minütigen konzentrierten Präsentationen interessante Geräte oder Instrumente näherbrachten.

 

 

Professor Dr. Christian Gernhardt (Halle [Saale]), Präsident der DGET, hieß die Teilnehmer, Referenten und Firmenvertreter in Berlin herzlich willkommen. Die beiden Initiatoren der neuen innovativen Fortbildungsreihe, Dr. Bijan Vahedi (Augsburg) und Dr. Ralf Schlichting (Passau), moderierten gekonnt von Session zu Session und nahmen sich reichlich Zeit zum kollegialen Austausch.

Dr. Jürgen Wollner (Nürnberg) stellte das BT-Race-System von FKG vor, ein Konzept, was als Besonderheit nach einer initialen rotierenden 10.06-Feile als Folge-Instrument eine 35.00-Feile verwendet, also ISO 35 ohne Taper. Vorteil ist eine sehr hohe Flexibilität. Im Anschluss wird eine apikale Ausformung mit 35.04/40.04/50.04-Feilen vorgenommen. Der XP-endo Finisher, Taper 25.00, ist ein extrem flexibles, nicht abtragendes Instrument, eingesetzt zur Aktivierung der Spüllösung, was bei Körpertemperatur durch Ausdehnung auch sehr weite Kanalanatomien reinigen kann, z.B. bei Resorptionen.

Dr. Sebastian Riedel (Berlin) berichtete über das Dentaport ZX OTR von Morita, ein ansteckbares Modul zur Ergänzung der Endometrie-Funktion des klassischen Dentaport ZX, was eine rotierende Kanalaufbereitung beinhaltet, die bei Überschreiten eines bestimmten Drehmoments selbstständig zur reziprozierenden Bewegung wechselt, allerdings im Uhrzeigersinn, ungeeignet also für z.B. RECIPROC.

Hans-Jürgen Krämer (Rastatt) und Klaus Wilke (Rastatt) von der Firma Kerr hatten mit dem Twisted File Adaptive-Konzept ein vergleichbares Produkt im Portfolio, welches je drei Feilen für enge bzw. weite Kanäle mit Grün-, Gelb- und Rot-Markierung – auch Ampelsystem genannt – beinhaltet. Allerdings ist die Farbmarkierung von der ISO-Farbcodierung losgelöst, was die Identifikation etwas erschwert. Interessant war, dass die Produkte von SybronEndo jetzt komplett von Kerr vertrieben werden, die Wartung älterer Geräte künftig aber schwierig werden dürfte, zumal der oft hilfreiche frühere Außendienst in der alten personellen Besetzung nicht mehr existiert.

Dr. Andreas Habash (Cham) hatte als erfahrener Anwender viele praxisnahe Hinweise zur Anwendung des SAF-Systems von ReDent Nova für die Teilnehmer. Zur klassischen SAF-Feile ist ab Juli 2015 nun das lang versprochene Pre-SAF-Set verfügbar, was drei rotierende Feilen zur Schaffung des erforderlichen Gleitpfades vor Einbringen der SAF in den Kanal beinhaltet.

Dr. Christian Patrosio (Düsseldorf) präsentierte mit dem X-Smart IQ Maillefers Aufbereitungsmotor der Zukunft kabellos, zu steuern mit einer App und einem iPad mini. Neben vielen Programmierungsmöglichkeiten beeindruckt die Dokumentationsfunktion von Feilen, Drehmomenten etc. Noch fehlt allerdings die Anbindung an die Praxis-EDV. Das WaveOne GOLD-System verbindet die reziprozierende Aufbereitung jetzt dank neuer Legierung mit einer höheren Flexibilität und Vorbiegbarkeit, ähnlich den Hyflex-Feilen von Coltène/Whaledent.

Dr. Martin Brüsehaber (Hamburg) referierte sehr praxisorientiert über das klassische RECIPROC-System von VDW und zeigte, dass neben der einfachen Anwendung für Anwender ohne Endo-Schwerpunkt auch die Integration einer R25 in das Hybrid-Konzept eines Spezialisten Sinn machen kann. Kurz gestreift wurde das innovative Spülkonzept des EDDY, leider war eine Hands-on-Testung der vielversprechenden Kunststoff-Spülfeile nicht möglich. Da nicht jeder einen Airscaler in der Praxis haben dürfte und die Verwendung im Ultraschallgerät nicht möglich ist, würde etwas Support seitens des Herstellers einem erfolgreichen Einsatz sicher nicht im Wege stehen.

Insgesamt war das DGET MEMBER SUMMIT eine sehr gelungene Veranstaltung, umrahmt von den Repräsentanten von Industrie und Vertrieb, sodass neben vielen Gesprächen mit Referenten und Kollegen eine sehr gute Vernetzung aller Teilnehmer möglich war.

Profitieren können von dieser Veranstaltungsform sicher alle endodontisch interessierten Kollegen, am meisten die, welche Anschaffungen planen und praxisorientierte Informationen aus erster Hand zu schätzen wissen.

Dr. Bernard Bengs (Berlin)

 

Bilder: Oemus Media AG

» Programmflyer