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Termine

Frühjahrsakademie 2017

 

Frühjahrsakademie 2017 der DGET in Münster

Am 10. und 11. März 2017 fand im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde des Universitäts-klinikums Münster die Frühjahrsakademie 2017 der DGET statt. Prof. Dr. Christian Gernhardt, Präsident der DGET, und Prof. Dr. Benjamin Ehmke, Leiter der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung des Universitätsklinikums Münster, begrüßten die Teilnehmer und Referenten zu dieser anspruchsvollen Veranstaltung.

Am Freitagvormittag fanden wie gewohnt die Abschlussprüfungen für die Teilnehmer der Curricula der DGET und APW und eine Prüfung zum Spezialisten für Endodontie der DGET statt. Die Absolventen der Curricula konnten anhand der eingereichten Behandlungsfälle ihren hohen Wissensstand belegen und die Curricula erfolgreich abschließen. Die DGET gratuliert Benedikt Bock/Jena, Dr. Rinet Dauti/Wien, Eva Freund/München, Dr. Roland Gebhard, M.Sc./Nittenau, Jasmin Göhring/Nürnberg, Dr. Göran Hirland/ Selfkant-Tüddern, Isabell Konopka/Müllheim, Philipp Kunert/Neuss, Dr. Bledar Lilaj/Wien, Dr. Bettina Maier/ Freiburg im Breisgau, Mahammad Mammadli/München, Marina Maticevic/München, Motahareh Navab Daneshmand/München, Joanna Papuga/Köln, Dr. Ariane Parvazi-Schulte/Winterthur, Kerstin Schilde-Schmidt/Rheinbreitbach, Alina Schröder/Willich, Charlotte Antonia Schünemann/ Diekholzen, Joanna Schwager/Partenkirchen, Dr. Meike Stein/Bingen, Ina von der Gracht/ Reutlingen und Thomas Wicklein/ Köln zum erfolgreichen Abschluss. Die Prüfung zum Spezialisten für Endodontie konnte Ansgar Hergt/Göttingen erfolgreich ablegen. [Auch ihm gratuliert die DGET herzlich zum erworbenen Titel.] Alle zertifizierten Mitglieder und Spezialisten werden auf Wunsch auf www.dget.de unter der Behandlersuche gelistet.

„Diagnostik und Entstehung von Zahnschmerzen“

Prof. Dr. Edgar Schäfer berichtete als erster Referent der Veranstaltung über die Kriterien der Diagnostik von Zahnschmerzen und definierte die einzelnen Fragen zur Schmerzanalyse. Erläutert wurden Schmerzvorgeschichte, Schmerzauslöser, Nachtschmerz, Spontanschmerz und Schmerzdauer mit dazugehörigen Fragestellungen und Konsequenzen. Weiter wurden Hinweise gegeben, wann nicht odontogene Schmerzursachen in Betracht gezogen werden sollten. Im abschließenden Teil wurde auf die Kausaltherapie der verschiedenen Schmerzursachen eingegangen und ein konkretes Protokoll zur Analgetikagabe bei Schmerzen endodontischer Ursache gegeben. Aufgrund des häufigen Zusammen-treffens des Endodontologen mit schmerzassoziierten Krankheitsbildern erfreute sich der Vortrag einer regen Beteiligung.

„Orofaziale Schmerzen“

Im zweiten Teil des Hauptvortrags trug Priv.-Doz. Dr. Charly Gaul (Neurologe mit dem Interessen-schwerpunkt Kopf- und Gesichtsschmerz) zur Erweiterung des bis dahin Gehörten in der Form bei, als dass die Klassifizierung der Gesichtsschmerzen im Rahmen der ICD-Klassifizierung dargelegt wurde. Die vor allem für Zahnärzte differenzialdiagnostisch wichtigen Entitäten wurden dargestellt und sodann über klinisch anamnestische Gespräche im Video gezeigt. Ein Vortrag mit zwar seltenen, aber gerade für Praktiker wichtigen Krankheitsbildern, welche gerade in komplexeren oder therapieresistenten Fällen von großem Nutzen sind.

„Revision wurzelbehandelter Zähne“

Wie in den Jahren zuvor war der Revisionskurs bei Dr. Wolf Richter erneut restlos ausgebucht. Im ersten Teil des dreiteiligen Kurses wurden die theoretischen Grundlagen der endodontischen Revisions-behandlung aufgefrischt und hilfreiche Instrumentarien und Entfernungstechniken insuffizienter Wurzelfüllungen vorgestellt, die die Revision vereinfachen und ein vorhersagbares Ergebnis in Aussicht stellen. Am Ende des theoretischen Parts wurden so Lösungsmöglichkeiten zur Revision von trägerstiftbasierten Wurzelfüllungen ebenso angesprochen wie die zur Entfernung von Stiften, Fragmenten und Guttapercha. Im zweiten Teil des Kurses ließ sich Dr. Richter in einer Live-Behandlung direkt auf die Finger schauen, sodass die Kursteilnehmer jeden einzelnen Schritt der Revisionsbehandlungen unmittelbar und hautnah mitverfolgen konnten. Die Teilnehmer stellten zahlreiche Fragen zu einzelnen Therapieschritten, die Dr. Richter während der Revisionsbehandlung direkt und ausführlich beantwortete. Abschließend wurde die eindrucksvolle Behandlung des Falls (intrakanaläre Stufe, Instrumentenfragment sowie Thermafill-Wurzelfüllung vorhanden) zwischen Wolf Richter und den Kursteilnehmern ausgiebig diskutiert.

„Neue Wege in der 3-D-Wurzelkanalaufbereitung“

Der Kurs war eine Kombination aus Vortrag und Workshop, in dem Klaus Lauterbach eine Einführung in die Entwicklung und Handhabung der Aufbereitungsinstrumente der dritten Generation gab. Nach einer Übersicht konventioneller, rotierender, runder NiTi-Instrumente wurden die möglichen Vorteile des XP-endo Shaper und XP-endo Finisher (FKG Dentaire) erläutert. Die Benutzung und die Handhabung der Instrumente konnten im Anschluss anhand von Plastikblöcken und der sehr schönen, naturgetreuen Variante von Zähnen aus dem 3-D-Druck (nach der Vorlage von echten Zahnanatomien aus dem Micro-CT) kennengelernt werden.

„Grundlagen der Adhäsivtechnik“

Nach den Grundsätzen der Adhäsivtechnik ging Dr. Uwe Blunck (sicherlich einer der führenden Kräfte in der Wissenschaft der Adhäsivtechnik) umfangreich auf die Vor- und Nachteile verschiedener Adhäsivgenerationen ein. Danach lag ein Fokus auf der Haftung im Wurzelkanal – sei es die Haftung der intrakanalär gezapften Kompositaufbauten oder die adhäsive Befestigung von Stiftsystemen. Es wurde klar herausgestellt, dass sowohl der Smearlayer als auch irreguläres Dentin des Wurzelkanals der Adhäsivtechnik im Wurzelkanalsystem immer noch Grenzen setzt. Wenn auch mit dem richtigen Adhäsivsystem und profunden Kenntnissen der Adhäsivtechnik sehr gute Ergebnisse zu erzielen sind, scheinen auch moderne selbstadhäsive Zemente gute Ergebnisse bei der Stiftinsertion zu liefern und geben Anlass zur Hoffnung auf weitere Erleichterung der klinischen Arbeit in den kommenden Jahren.

„Revitalisierung und Regeneration des Endodonts“

Nach einer theoretischen Einführung in die Pulpabiologie wandte sich Prof. Dr. Kerstin Galler den vitalerhaltenden Maßnahmen zu und behandelte die dentale Stammzellenforschung, deren Grundlagen und den aktuellen Stand der Wissenschaft. Begrifflichkeiten wie Revitalisierung, Regeneration und Reparatur wurden voneinander abgegrenzt. Im abschließenden praktischen Teil konnten nach den Behandlungs-empfehlungen der ESE bezüglich der „revitalisation procedures“ die Behandlung eines Frontzahns mit offenem Apex geübt werden. Prof. Dr. Galler hatte dazu einzigartige Modelle mitgebracht, an denen sowohl das Auslösen der intrakanalären Blutung als auch die Abdeckung des Blutkoagels mittels Kollagenmatrix und MTA erlernt werden konnte.

„Einsatzgebiete kalziumsilikatbasierter Zemente“

Anhand exzellent gelöster klinischer Fälle führte Dr. Sarah Schlaweck die verschiedenen Indikationen kalziumsilikatbasierter Zemente auf. Neben den Fallbeschreibungen und klinischen sowie radiologischen Bildern der dargestellten Behandlungen ging die Referentin präzise auf die Indikationen, die diagnostisch relevanten prätherapeutischen Überlegungen und deren Umsetzung ein.

„Orthograde endodontische Revision nach WSR“

Der Mittelteil wurde von Dr. Michael Drefs aus Greifswald bestritten. Das Thema, „die ist dem endodontologisch Tätigen ein sehr wichtiges, Da aufgrund des immer höher bewerteten Zahnerhalts moderner Zahnheilkunde auch immer öfter die Fragestellung ob der Möglichkeiten solcher Therapieformen aufkommt, ist dieses Thema dem endodontologisch Tätigen ein sehr wichtiges. Nach der Einführung der wissenschaftlich hergeleiteten Prognosen und Gegenüberstellung zur rein retrograd durchgeführten und somit erneuten WSR erläuterte Dr. Michael Drefs anhand klinischer Fälle das Vorgehen und zeigte Grenzen und mögliche Komplikationen auf.

 „Anatomische Variationen der Wurzelkanalstrukturen von Molaren“

Ali Özdemir, M.Sc., zeigte viele klinische Fälle seiner täglichen Arbeit mit schön dokumentierten intraoralen Fotos sowie prä- und posttherapeutischen Röntgenbildern. Weiterhin ging er auf mögliche Varianten theoretisch ein, die in der Folge wiederum mit klinischen Fällen dargestellt wurden. Ein reger Austausch zwischen den Zuhörern und dem Referent folgte den klinischen Fällen. Unter anderem wurde die Definition des Abschlusses einer endodontischen Behandlung diskutiert.


„Verbesserung der chemischen Desinfektion“

Aus den möglichen Ursachen für einen endodontischen Misserfolg beleuchtete Dr. Frank Paqué das Thema der komplexen Wurzelkanalanatomie. Diese lässt sich nur mithilfe eines durchdachten Spülprotokolls behandeln. Die zur Aktivierung auf dem Markt befindlichen Hilfsmittel wie Schall und Ultraschall oder PIPS wurden gegenübergestellt, Vor- und Nachteile diskutiert. Der mit zahlreichen wissenschaftlichen Studien gespickte Vortrag endete in einem praktischen Teil, in dem die neuartigen NiTi-MaxWire®-Instrumente XP-endo Shaper und XP-endo Finisher vorgestellt wurden. Alle Teilnehmer hatten am Tischmikroskop die Möglichkeit, die Instrumente am durchsichtigen 3-D-Print-Zahn mit komplexer Anatomie und am Kunststoffblöckchen zu testen.

„WSR am Thiel-fixierten Humanpräparat“

Nach einer Anatomie-Auffrischung im Bereich des Kopfes referierte Priv.-Doz. Dr. Sebastian Bürklein im theoretischen Teil zum Ablauf einer WSR, der notwendigen Material- und Instrumentenkunde sowie den Parametern zahnbezogener Besonderheiten. Nach einer kurzen Demo konnten die Teilnehmer in der Anatomie des Uniklinikums Münster am Humanpräparat von der Lappenbildung über die retrograde Füllung mit ProRoot MTA bis zum Nahtverschluss praktisch tätig werden. Bestens ausgestattet mit OP-Mikroskopen, Ultraschall und allen benötigten Instrumenten war der Kurs sehr gut vorbereitet, durch die besondere Fixierung war es (im Gegensatz zu herkömmlichen Fixierungen) möglich, besonders realistische Weichgewebsverhältnisse zu schaffen, was den Kurs zu einem besonderen Highlight der Tagung machte.

Dr. Horst Behring, Dr. Johannes Cujé, Dr. Michael Drefs, Dr. Sven Duda, Dr. Maike Jost, Dr. Annette Roth, Leander Zutz

Die Mitglieder der DGET können sich schon jetzt auf die kommende Frühjahrsakademie am 9. und 10. März 2018 in Berlin freuen.